10 Dinge, die man auch mit einem kleinen Portemonnaie machen kann.

Portofino, Wahlheimat vieler italienischer VIPs sowie internationaler Stars, weltweit berühmt und beliebt, zumindest im Sommer. Hier ankern ihre großen Jachten und die Reichen und Schönenspazieren durch die Gassen des kleinen ligurischen Städtchens. Aber was hier eigentlich am Allerschönsten ist, das sind nicht die Luxus-Boote sondern die unberührte Natur, die kleinen Fischerdörfer, die gelbe Farbe der typisch ligurischen Häuser und die gute Küche. Und all dies kannst auch Du Dir leisten. Hier erzähle ich Dir, wie. 


1. das kap von portofino

Wandern bis hinein ins berühmte Städtchen. 

Das kleine und liebliche Kap von Portofino lädt förmlich ein, hier wandern zu gehen: es bietet tolle, bestens gekennzeichnete Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade, die jeweils an einem Tag machbar sind. Du kannst in Santa Margherita Ligure, in Paraggi oder in Camogli starten und alle Wege führen nach Portofino. Ganz egal, wo Du läufst, die dichten und grünen Wälder werden immer wieder von Küstenwegen abgewechselt und die Panoramablicke sind einfach umwerfendauf das tiefe Blau des Meeres, auf die steil abfallenden Felsen und auf die kleinen versteckten Buchten, die man nur zu Fuß erreichen kann. 

Einmal angekommen in Portofino, kannst Du gut und gerne auf den völlig überteuerten Spritz verzichten und Dir im kleinen Supermarkt einen Aperitif zusammenstellen. Auf dem Hauptplatz gibt es Bänke, die den Bars drumherum allemal das Wasser reichen können.

Von Portofino fährt alle halbe Stunde ein Bus für 3€ nach Santa Margherita oder Rapallo. 

Du brauchst Wander-oder Turnschuhe mit guten Profil und genügend Wasser für den ganzen Tag. 

Hier die Karte zum Herunterladen und auf der Webseite des Parco di Portofino kannst Du weitere nützliche Infos finden. 

Am Essen sparen und trotzdem schlemmen? Das geht in Santa Margherita Ligure. Hier findest Du die Trattoria da Pezzi, wo man mittags inmitten von Einheimischen und Fischern gut einkehren kann: einfach aber traditionell. Neonlicht, weiße, kahle Wände, es könnte nicht ungemütlicher sein, aber gerade deshalb ist es so typisch hier. Die Rezepte der ligurischen Gerichte sind von anno dazumal, das Ambiente ist familiär und unkompliziert, fast ein bisschen rustikal und die Qualität ist sehr gut zu fairen Preisen. 


2. montallegro

Übernachten mit traumhafter Aussicht auf die gesamte Bucht Tigulliens. 

„La Casa del Pellegrino“ ist heute nicht mehr nur ein Ort, an dem Wallfahrer Unterschlupf finden, sondern vielmehr ein Hotel mit vielleicht einer der schönsten Terrassen, die ich je gesehen habe. Von hier oben, auf einer Höhe von 600 Metern, blickt man auf das Kap von Portofino, während man in die Fünfziger Jahre zurückkatapultiert wird. Die Zimmer sind einfach mit Nostalgie-Charme und Gemeinschaftsbadezimmern, und das Panorama der Zimmer ist schlicht umwerfend. 

Du kannst entweder zu Fuß über den alten, wunderschön erhaltenen Maultierpfad ansteigen (zirka eineinhalb Stunden) oder die kleine Seilbahn von Rapallo aus nehmen. 

Wenn Du schon hier oben bist, dann besichtige auch  die Wallfahrtskirche Santuario di Montallegro, eine Kultstätte, die von Wallfahrern und Einheimischen stets gut besucht ist und die im Sommer den schönen, hochgelegenen Platz für Konferenzen und Events nutzt. Unbedingt: der seitliche Kirchenteil mit den Votivgaben, die kuriose Geschichten von Heilungen und Wundern erzählen. 

Hier der Link vom Hotel, ein Doppelzimmer kostet zirka 70€. Der sympathische Besitzer Gianluca wird sich um Deine Ankunft und das Gepäck kümmern.

Und hier findest Du alle Infos über die Seilbahn und den Maultierpfad. 


3. san fruttuoso

Ein Märchen-Strand mit Abtei aus dem Mittelalter und Schutzhütte in den Hügeln. 

Eine der unvergesslichen Erfahrungen im Golf von Portofino ist ein Besuch in der Bucht von San Fruttuoso. Man kann diese zu Fuß oder mit der kleinen Fähre erreichen. Hier steht ein mittelalterliches Kloster direkt am Strand, der wohl einer der schönsten Italiens, wenn nicht der Welt ist! Du kannst hierher nur per Boot von Rapallo, Santa Margherita, Portofino oder Camogli kommen oder zu Fuß auf einem der Wanderwege, wie schon oben beschrieben. Die Bucht, in der sich da Kloster befindet, ist geschützt von steilen Felshängen und dichtem Wald, die sich in das türkisfarbene Wasser hinabstürzen. Es gibt ein paar Lokale und Restaurants, die fast alle nur bis nachmittags geöffnet haben. 

Wenn Du über Nacht bleiben möchtest, dann kannst Du im preiswerten Agririfugio Molini schlafen, etwa eine halbe Stunde oberhalb der Bucht. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf das Meer und das Kloster, eingebettet in dichter Vegetation und absoluter Stille. 


4. dai muagetti

Aperitif mit Traum-Panorama-Blick.

Von dieser kleinen Bar aus hat man eine unglaublich schöne Sicht auf Genua und oft sogar bis hoch in die Alpen. Das tiefe Blau des Wassers ist fast betörend, das Kommen und Gehen der Schiffe lässt einen ins Träumen geraten und die Sonne kitzelt im Gesicht. All dies bei einem guten Glas Wein und leckeren Kleinigkeiten. 

Die winzige und schnuckelige Bar ist in einen Felsen hineingebaut und hat ein paar Tische und Hocker entlang des Weges, alle mit Meerblick. Einfach, nett und unvergleichlich. 

Dai Muagetti: in der Gemeinde San Rocco, erreichbar in einer halben Stunde zu Fuß von Camogli (Treppenweg mit starker Steigung) oder mit dem Auto. 


5. cinque terre

Ausflug mit dem Zug und Wanderung zwischen den malerischen Dörfern. 

Die Cinque Terre sind weltbekannt und leider nimmt der Strom der internationalen Touristen kaum mehr ab, die die Gassen und Plätze dieser einzigartigen und wunderschönen fünf Dörfer bevölkern. Ich empfehle Dir, hier an einem Tag unter der Woche herzukommen und nicht an Feiertagen oder im Sommer. Ein ganz normaler Dienstag im Winter ist der ideale Tag, aber Du kannst Deinen Frieden hier auch zu anderen Jahreszeiten finden. Wichtig ist es, nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug anzureisen und Dich dann, wenn Du magst, zu Fuß zwischen den Dörfern zu bewegen.Der Zug hält in allen fünf Dörfern, fährt sehr oft und ist preiswert, da es ein Regionalzug ist. Du kannst von La Spezia im Süden anreisen oder von Genua im Norden. 

Einmal angekommen, kannst Du die einzelnen Dörfer besichtigen und dann bis zum nächsten laufen. Suche Dir vorher die Richtung aus. Um alle fünf an einem Tag zu schaffen, musst Du schon fleißig unterwegs sein, ist aber machbar. Bevor Du startest, konsultiere diese Webseite, die stets aktuell über die Beschaffenheiten der Wege informiert, die hin und wieder gesperrt sein könnten. Aber Achtung: die Wege sind Wanderwege und eine dementsprechende Ausrüstung ist unbedingt erforderlich. Gute Schuhe, Wasser und Kondition, denn es geht ständig auf und wieder ab. 


6. prelo in san michele di pagana

Strand wie aus einem ligurischen Bilderbuch. 

Das transparente Wasser, die mit grünem Moos bewachsenen Felsen, das Neptungras auf dem Meeresgrund zwischen dem die Fische Verstecken spielen, die Häuser in ligurischem Gelb gestrichen, die das perfekte Bühnenbild abgeben, der Strand, der sich bis zu den Felsen zieht: all das ist Prelo, kleines Schmuckstück der Küste kurz unter Portofino. 

Am Besten kommst Du von der Straße in San Michele di Pagana über einen kurzen Treppengang hinunter… und findest Dich in einer noch fast perfekten Welt wieder. Die langen Schwimmausflüge, die Du von hier aus machen kannst, sind einfach toll, Du kannst um die Ecke bis in die Richtung Santa Margherita schwimmen und die noch beinahe intakte Unterwasserflora- und Faunaentdecken. Gute Schwimmbrille nicht vergessen!


7. sestri levante

Die Baia del Silenzio.

Du kannst  Sestri Levante ganz einfach mit dem Auto oder per Zug erreichen. Hier gibt es eine Menge einladender Boutiquen, Cafès, Weinhandlungen und Restaurants. Das Überwältigende dieser kleinen schmucken Stadt, die schon von großen Persönlichkeiten wie Richard Wagner geliebt wurde, ist jedoch ihre Lage auf einer langen und engen Halbinsel, dessen Seiten jeweils mit einem Strand bestückt sind. Deshalb wird Sestri auch die „magische Stadt der zwei Meere“ gennant. Auf der einen Seite geht die Sonne auf und auf der anderen wieder unter. Die Baia del Silenzio, die „Bucht der Stille“ ist das eigentliche Wahrzeichen der Stadt, eingerahmt von den hohen ligurischen Häusern und Bergen. Hier ist es schön, sich einfach in eine der vielen Bars an den Strand zu setzen und dem Schauspiel des perfekten Einklangs zwischen Natur und Mensch zuzuschauen. 

Wenn Du möchtest, kannst Du auch eine kleine Wanderung bis zur Punta Manara machen, das schöne Kap, das Sestri Levante umgibt. 


8. camogli

Antike ligurische Stadt am Meer. 

Das Gelb und das Ocker betäuben fast durch Intensität und strahlendes Licht. Diese Farben, so typisch für die ligurischen Häuser, erreichen hier in Camogli ihren Höhepunkt in Sachen Glanz und Helligkeit. Camogli ist ein antikes Fischerdorf, das im Laufe seiner Geschichte eine einzigartige Architektur entwickelt hat: die Häuser, die auf den Felsen gebaut sind, der sich direkt hinter dem Meer emporschwingt, sind sehr hoch, bis zu 10 Etagen. Die Wohnungen sind über zwei Eingänge erreichbar: ein Zugang befindet sich unten, auf Meeresebene, und ein weiterer hinter dem Haus, aber schon auf halber Höhe. Die horizontalen Streifen an den Häusern halfen den Fischern, ihre Wohnungen wiederzufinden, wenn sie vom Meer zurückkamen. 

Ein weiterer Anziehungspunkt ist die Promenade, auf der sich das alltägliche Leben abspielt: tobende Kinder, quatschende Eltern, Freunde, die auf ein Glas Wein in die Bar gehen und Touristen, die in den Restaurants sitzen. 

Auch die Basilika ist sehr schön und die dahinterliegende kleine Burg mit einer gut versteckten Terrasse, auf der sich die Verliebten einen flüchtigen Kuss geben oder ein Schloss anbringen (auch wenn es noch sehr wenige sind).

Sehr gut erreichbar mit Auto und Zug. Von hier aus starten die Wanderwege nach San Fruttuoso und Portofino. 


9. paraggi

Schwimmen in der größten Badewanne Tigulliens.

Wenn Du diesen Strand einmal entdeckt hast, dann brauchst Du keine Karibik mehr: das türkisfarbene Wasser, der feine Sand, die Felsen, auf denen man liegen kann und Kilometer von Meer, in denen man ungestört seine Bahnen ziehen kann. Atemberaubend schön! Die Bucht von Paraggi ist eingekesselt in die ligurischen Hügel mit ihrer dichten Vegetation und einem kleinen Dorf, ein paar Strandbetrieben und Restaurants. Ansonsten gibt es hier nur Wasser und nochmals Wasser! Im Sommer wird die Bucht für den Schiffsverkehr gesperrt, sodass man hier wunderbar stundenlang schwimmen kann. 

Die Bucht befindet sich in der Kurve vor Portofino und ist einfach fantastisch, sehr beliebt bei den Einheimischen sowie bei den Touris. Und im Winter kommt regelmäßig ein Wal hierher, jedes Jahr wieder und bei den Menschen schon bekannt. Es gibt hier einen kleinen öffentlichen Strand, sollte dieser zu voll sein, dann geh auf die Felsen unter der Straße, von dort hat man auch einen direkten Zugang zum Meer.  

Leicht erreichbar mit dem Bus oder zu Fuß von Santa Margherita oder Rapallo. 


10. portovenere

An der Küste entlang bis nach Riomaggiore laufen.

Bis nach Portovenere zu kommen ist ein bisschen zeitaufwendig, aber lohnt sich allemal! Du kannst bis nach La Spezia mit dem Zug fahren und dort den Bus nach Portovenere nehmen. Der fährt zirka 40 Minuten. Halte in Portovenere an, frühstücke in einer der vielen kleinen Bars und schau Dir dieses schöne Städtchen in Ruhe an. Es ist anders hier als in den sonstigen ligurischen Dörfern, wir sind schon fast in der Toskana und man vernimmt ein südlicheres Flair, es ist irgendwie weniger streng hier. Die schöne Kirche des Heiligen Peters befindet sich am äußersten Ende auf einem großen Felsbrocken, wo sich die Wellen brechen und die Feuchtigkeit am Putz der Kirche nagt. Hier liegt auch die Grotte des Lord Byron, in der sich der englische Romantik-Dichter in die Brandung stürzte um sein tägliches Bad zu nehmen. 

Der Weg nach Riomaggiore wird erst richtig interessant wenn Du einen Abstecher nach Monesteroli machst, ein winziges Dorf, das auf die Klippen gebaut ist. Man kann dieses nur zu Fuß über eine steile Treppe erreichen, die sogenannte „Große Treppe“, die sich über 1.000 Stufen bis in die Bucht hinabwindet. Es ist ein unvergessliches Abenteuer, so zu den alten Häusern hinabzusteigen, die noch heute den Weinbauern dienen. Du solltest allerdings unbedingt über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen. 

Am Ende dieses erlebnisreichen Tages erreichen wir das hübsche Riomaggiore, erstes oder letztes Dorf der Cinque Terre, je nach dem von wo man anfängt zu zählen. Von hier fahren die Züge wieder in jede Richtung. Für den gesamten Weg benötigt man einen vollen Tag, deshalb ist es am besten, früh aufzustehen. Nimm viel Wasser mit, Proviant und ein gutes Paar Schuhe. 

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