ROMANISCHE SCHÄTZE IN DEN MARKEN. ITALIEN.
Die schönsten Kirchen, Pfarreien und Abteien an der Küste und im Inland.

 

Ein wunderbarer Mehrtagestripp, der perfekt in vier bis fünf Tagen zu organisieren ist, um durch das Hinterland der Marken bis zum Meer zu reisen. Ich habe in San Leo angefangen und bin bis nach Ancona gekommen. Hier in geographischer Folge meine Lieblingsorte, mit Tipps zum Übernachten und Einkehren, mindestens genauso wichtig wie die Kultur!

Alle Kirchen, die ich hier beschreibe, sind „pure“ romanische Kirchen, was ich damit sagen will, ist dass sie kaum oder gar nicht durch folgende Epochen verändert wurden und in ihrem Originalstil belassen worden sind.

San Leo (gerade noch in der Romagna, aber deshalb durchaus kein Grund, diese zu missen!).

Schon alleine die Position dieser antiken Ortschaft ist ein Augenschein: auf einem felsigen Hügel gelegen und von einem alten Schloss bewacht, kann sich die Ortschaft gleich mit zwei Kirchen rühmen, der sogenannten „Doppelkathedrale“. Die Kathedrale San Leo und die Pfarrei S. Maria. Die zwei Gebäude trennen nur 50 Meter und beide sind mit einer „blinden“ Frontseite versehen (was sehr selten und interessant ist!).

Dom San Leo:

Der auf einem Felsen errichtete Dom befindet sich auf den Resten einer frühmittelalterlichen Kirche (7. Jahrhundert). Von dieser können wir noch ein paar Details sehen, an den Kapitellen zum Beispiel oder an den Löwen, die die Säulen stützen. Der Felssporn, auf dem die Kirche steht, wurde schon zu vorgeschichtlichen Zeiten als Kultstätte genutzt.

Sobald ich die Kirche betrete, habe ich einen Eindruck von Feierlichkeit. Die Pfeiler und schlanken Säulen haben schon etwas vom Gotischen und das Licht, das hereinfällt ist eigentlich zu viel um wirklich noch in der Romanik zu sein.

Der Baubeginn ist um 1173 herum, der älteste Teil ist die Krypta. Grundriss ist das Lateinische Kreuz mit drei Schiffen und zwei imposanten Treppen, über die man zum Presbyterium kommt. Ich habe ein angenehmes Gefühl, mich in einer belebten Kirche zu befinden, die, wie es scheint, oft von der Gemeinde genutzt wird, vielleicht auch weil es Tag der Heiligen Drei Könige ist. Einladend und warm!

Pfarrei Santa Maria Assunta:

Diese Kirche ist das älteste religiöse Gebäude von Montefeltro und ist ein erster Zeuge der Christianisierung dieser Gegend. Ihre Ursprünge gehen bis ins Jahr 882 zurück. Wir befinden uns hier in einer Basilika mit drei Schiffen und einem erhöhten Presbyterium.

Fast niedlich und kompakt erscheint sie wie die kleine Schwester der Kathedrale.

Ein gutes Restaurant ist die Osteria della Corte, direkt auf dem Hauptplatz: ein schönes Ambiente, gutes landestypisches Essen und sympathischer Service.

 

Auf dem Weg zu den nächsten romanischen Kirchen, habe ich eine kleine Pause in Urbino eingelegt, eine Stadt, dessen Namen ich immer wider bezüglich der Kunsthistorie gehört, jedoch noch nie besichtigt hatte. Klar, diese ist keine Mittelalter-Stadt, aber auf jeden Fall einen Stopp wert!

Der Palazzo Ducale ist mit Sicherheit einzigartig in Italien. Er scheint fast den Orient herbeizurufen mit seinen zwei runden Türmen, die mich an 1.000 und eine Nacht erinnern. Das architektonische Werk ist wirklich beeindruckend und bezeugt die wichtige Rolle, die diese Stadt in der Renaissance gehabt haben muss. Der Palast ist eine wahrhaftige Stadt in der Stadt, in die Federico von Montefeltro die besten Künstler, Architekten und Humanisten seiner Zeit gerufen und diese somit zu einem Kultur-Zentrum ohne Gleichen gemacht hat.

Sein Inneres beherbergt wunderschöne Innenhöfe, außerdem die Nationalgalerie der Marken mit Werken von Piero della Francesca und Raffael.

Für eine Pause stoppt unbedingt im einfachen kleinen Caffè del Teatro, wo Mario den Charme des Palazzos verkörpert und sich Eurer auf der wohl schönsten Terrasse Urbinos, direkt unter dem Hauptportal annehmen wird.

Ein versteckter Höhepunkt im geistreichen Urbino ist das Oratorio di San Giovanni Battista mit seinem imposanten Freskenzyklus der Salimbeni-Brüder von Anfang des 15. Jahrhunderts. Noch im internationalen gotischen Stil erstellt, verführen sie uns mit den fantastischen malerischen und erzählenden Details. Es scheint, als würden wir in der Bibel wandeln und die Evangelien als Bühnenbild vor uns sehen.

Wer nicht in Urbino übernachten möchte, kann bis zum Städtchen Fossombrone mit seinem einladenden antiken Stadtkern weiterfahren. Ich habe bei Rita geschlafen, eine sympathische Dame, die in ihrer Wohnung ein paar Zimmer vermietet: sauber, warme Gastfreundschaft und ein Wahnsinns-Blick auf den Fluss mit seiner römischen Brücke. Es gibt in der Stadt sogar ein Sternerestaurant, ich habe jedoch die einfache aber gute Küche bei Mancinelli in der Hauptstraße bevorzugt.

Weiter geht’s auf den Spuren der romanischen Kirchen, das nächste Ziel ist die Abtei San Vincenzo al Furlo bei Acqualagna. Vor langer Zeit gab es hier mal eine wichtige Stadt, die all die Wallfahrer beherbergte, die die nahegelegene Schlucht durchquerten.

Die Kirche ist schlicht und streng, mit einem großen Saal, der den Gläubigen gewidmet war. Heute besteht sie nur noch aus einem Schiff, es waren einmal zwei Schiffe, was recht ungewöhnlich für eine romanische Kirche ist. Auch hier ist das Presbyterium höher gelegt und nur durch eine enge Treppe zu erreichen. Unten ist die kleine Krypta. San Vincenzo ist eine der einfachsten Kirchen, die ich in diesen Tagen besichtigt habe, und gerade deshalb wunderbar, da sie von keinerlei Dekoration religiöser Rituale gestört wird.

In Frontone kann man sehr gut nahe des Schlosses in der Taverna delle Rocca essen. Hier ist der Service und die Küche voll in weiblicher Hand: ältere Damen, die aus noch einer anderen Zeit zu stammen scheinen und mit ihrer vertrauensvollen Art beste Hausmannskost herbeizaubern. Das Fleisch wird direkt im Kamin im großen Saal gegrillt. Man kommt hierher zum Mittagessen (oder abends), viele Einheimische und Arbeiter aus der Gegend, die Portionen sind gewaltig.

Eine Traumstraße bringt mich zur Abtei San Vittore delle Chiuse durch die Frasassi-Schlucht bei Genga. Die Straße wird immer enger und ab und zu fällt mein Blick nach oben auf die Felsen, die zum Klettern einladen. Ich sehe eine Einsiedelei dort oben und man kann die Tropfsteinhöhle besichtigen.

Die Abtei befindet sich in einem kleinen bewohnten Zentrum, mit Thermen und ein paar Hotels.

Seine Errichtung geht auf das Jahr 1060 zurück und 200 Jahre später erreicht sie ihren kulturellen Höhepunkt und wird verantwortlich für gut 42 Kirchen in der Umgebung.

Mir gefällt diese Kirche besser von außen, auch wenn sie im Inneren schlicht gehalten ist, so wie es mir eigentlich gefällt. Vielleicht sind es die großen Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert, die eine gewisse Spiritualität und Mysterium verdrängt haben.

Von außen scheint sie fast wie eine Festung und ihre Schlichtheit und Position sind beeindruckend. Das Innere weist einen Grundriss im Stil des griechischen Kreuzes auf und ist mit einer Kuppel und vier Säulen versehen, die diese stützen. Man kann einen lombardischen oder zumindest nordischen Einfluss in der Einfachheit der Dekoration erkennen.

Das einzige kleine Ornament ist eine Eingravierung in Form vom Unendlichkeitszeichen neben einem Fenster. Man weiß bis heute nicht, warum sie hier ist oder was sie bedeuten soll; eine Theorie besagt, dass sie von Tempelrittern als Glücksbringer hier eingeritzt wurde.

Ich fahre weiter zur Abtei Sant’Urban in der Nähe von Apiro. Es ist mir auf dieser Fahrt mehrfach vorgekommen, Kirchen geschlossen vorzufinden, und diese Befürchtung hatte ich auch hier, musste jedoch eines Besseren belehrt werden: die Kirche ist nicht nur offen, ein innovativer und beispielhafter Industrieller der Gegend, Enrico Loccioni, der seit seiner Kindheit an die Kirche aus familiären Gründen gebunden ist, hat sich der Abtei angenommen. Gemeinsam mit der Gemeinde von Apiro hat er die Kirche wieder aufgewertet, öffnet sie dem Publikum, hat Personal eingestellt, das im Infopoint neben der Kirche bereit steht und sponsert Studien über die Kirche und deren viele Geheimnisse, die noch aufzudecken sind. Ein Beispiel, das imitiert werden sollte in einem Italien, in dem viele kulturelle Schätze dem Publikum vorenthalten werden aus Mangel an Geld und gutem Willen! Danke!

Mal abgesehen von dieser positiven Überraschung, ist die Abtei auch eine der schönsten, vielleicht sogar die schönste, die ich in diesen Tagen besuchen durfte.

Ihre Gründung beläuft sich auf das Jahr 1.000, eventuell sogar noch früher.

Von außen besticht sie sofort durch ihre schlichte Form und den einfachen Stil und den drei runden hinteren Apsiden.

Im Inneren gibt es etwas ganz Spezielles: der Teil des Saales, der dem gemeinen Volk zugewiesen war, ist komplett von dem Presbyterium, in dem der Klerus waltete, durch eine strenge Mauer getrennt. Diese wird nur durch ein paar Öffnungen unterteilt, wie von der Kanzel, die eine Kontaktstelle zwischen diesen beiden Bereichen darstellt. Das Presbyterium ist eigentlich eine Kirche für sich.

Ganz wunderbar sind die Dekorationen in Form von Halbreliefs, die Symbole oder alltägliche Jagdsituationen darstellen. Die unterhalb erbaute Krypta ist riesig, mit ihren fünf Schiffen und allerlei Säulen erscheint sie wie ein Labyrinth.

All das macht aus dieser Kirche schon ein kleines Juwel, aber hierüberhinaus gibt es noch ein I-Tüpfelchen, das aus diesem Ort nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch einen mystischen, spirituellen und magischen Ort macht. Am 25. Mai, dem Tag des Heiligen Urbans, fällt durch ein kleines Loch über dem Hauptaltar ein Sonnenstrahl, der einen Kreis trifft, der auf dem Pfeiler der Hauptkirche eingraviert ist und diesen beleuchtet. So, als ob dieses Licht die beiden Bereiche miteinander verbinden wolle, als ob es den Heiligen Geist mit dem Volk verbindet.

An diesem Tag ist der Heilige Urban hier gegenwärtig, in diesem Kreis ist er, durch die Sonne, präsent. Dieses Phänomen wiederholt sich jedes Jahr am 25. Mai um 07.40 Uhr morgens. Zu diesem Ereignis wird in der Kirche stets eine heilige Messe abgehalten, mit Gregorianischen Gesängen und anschließender Erklärung seitens eines Architekten.

Eine erfreuliche Entdeckung war die kleine Ortschaft San Severino. Die schöne Piazza del Popolo, in ovaler Form gehalten, beherbergt viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Die kleine Stadt ist bekannt durch eine berühmte Schule der Italienischen Sprache und zieht hiermit viele Ausländer und Touristen an. Deshalb ist San Severino auch das ganze Jahr über gut besucht und bietet beste Infrastrukturen. Empfehlenswert ist die Pinos Bar für einen Aperitif und die Osteria Ninetta, in der man in sehr elegantem Ambiente die landestypische Küche mit kreativen Nuancen essen kann.

Die einzige romanische Kirche hier ist Sankt Lorenz in Doliolo, die mich allerdings enttäuscht hat, da sie in den folgenden Epochen immer wieder restauriert und verändert wurde. Die Krypta ist der einzige Ort hier, der noch ein wenig romanischen Charme hat.

Kirche Sankt Claudius al Chienti. Dieses außergewöhnliche Gebäude befindet sich in der Gemeinde von Corridonia. Es fällt durch seine spezielle Architektur auf, und wahrscheinlich ist sie die einzige italienische romanische Kirche mit einer solchen Struktur.

Das Gebäude ist auf zwei Ebenen realisiert worden, es handelt sich hier um zwei voneinander getrennte Kirchen. Das Erstaunlichste sind jedoch die zwei zylindrischen Türme auf den Seiten der Kirche, die an den Stil Ravennas erinnern. Im Grundriss mit griechischem Kreuz können wir dagegen byzantinische Einflüsse finden. Die Kirche geht auf das 11. Jahrhundert zurück.

Nach mehreren Anrufen in der Pfarrei, kommt endlich eine sehr freundliche Person, die uns die Kirche endlich aufschließt, eigentlich hat sie nur am Wochenende geöffnet.

Der nette Herr erzählt uns, dass eine Legende besagt, dass sich hier ein „armes“ Aachen befände und dass Karl der Große für gewisse Zeiten hier gelebt hätte und dass eben dieser unter der Kirche in einem Grab liegen würde. Dies ist der Grund für einen Massentourismus an deutschen Wallfahrern, die im Sommer anreisen um die Kirche und die umliegenden Täler zu besuchen um das zweite „Zuhause“ ihres geliebten Karls zu besichtigen!

Das Innere ist leider viel zu viel restauriert worden und lässt die Schönheit, die sie einmal gehabt haben muss, nur noch erahnen.

In der Nähe befindet sich auch die Basilika der Heiligen Maria al Piè di Chienti in der Gemeinde Montecosaro.

Sie ist ein wahres Meisterwerk der romanischen Architektur der Marken und kann eine Besonderheit aufweisen, die nur andere fünf italienische Kirchen besitzen: an den Chor ist ein Chorumgang gebaut, in dem die Wallfahrer während der Liturgien umherwandeln, beten und sich aufhalten konnten, ohne dabei die Heilige Messe zu stören.

Die Kirche wird bereits im Jahre 936 erwähnt und in den darauffolgenden Jahren ist sie häufig verändert worden, auch um eventuelle Einstürze und Beschädigungen zu vermeiden. Modell stand die französische Kirche im burgundischen Stil, in Italien gab es jedoch noch keine Meisterwerkstätten, die diese ausgeklügelten Techniken der nördlichen Länder beherrschten. Der Gebrauch von Strebepfeilern war hier noch nicht gewöhnlich und deshalb hat man die Kirche einfach erhöht und sie so auf zwei Ebenen im Teil der Apsis gebracht.

Die heute noch zu sehende Form ist sehr interessant: ins Auge sticht eine Empore im zweiten Stock, die, ähnlich wie die Balkone in der Oper dazu diente, die Messe auch von der Aula aus verfolgen zu können (ein Ort, der den Frauen zugeteilt war: „Empore“ im Italienischen Matroneo, von Matrona, Mutter). Es gab hier einmal sogar kleine Wohnungen und Werkstätten im Inneren der Kirche, und der gesamte Gebäudekomplex war ein kommerzielles Zentrum und Sitz einer renommierten Messe, die jährlich abgehalten wurde.

Diese ist sicherlich eine der interessantesten Kirchen, die ich je gesehen habe, es war allerdings etwas schade, dass die Kirche voll mit modernem Schnickschnack ausgestattet ist. Dies ist sicherlich ein Pluspunkt, den die Gemeinde nutzt, um die Kirche auch heute noch zu einem belebten Ort zu machen, es leidet jedoch die schöne Schlichtheit des Gebäudes darunter.

Ich fahre weiter, durch die wunderbaren Hügel der Marken, die mich immer weiter in Richtung Meer bringen. Die Sicht ruht häufig auf einem der vielen kleinen Orte, die sich auf den runden Bergkuppen angesiedelt haben und die weiten Wiesen sind sogar im Januar sanft und lieblich. Weit da draußen kann ich schon das Meer erblicken, mit seinen hässlichen Wolkenkratzern, die wir leider an der gesamten Adria-Küste finden, und die jedoch hier und jetzt fast malerisch daliegen in diesem krassen Kontrast zwischen weicher Natur und Großstadt-Stil. Mein Blick fällt immer wieder auf den kleinen Berg vor mir, den berühmten Monte Conero. Er ist nur 572 Meter hoch, aber mit seinen Steilhängen direkt über dem Meer erscheint er wesentlich eindrucksvoller. Er sieht aus wie eine mit Wald bewachsene Kuppel, die sich ins Wasser drückt.

Der Conero ist durchsät mit Wanderwegen und es gibt sogar Kletter-Möglichkeiten mit atemberaubenden Aussichten runter aufs stahlblaue Meerwasser. Leider war es im Januar zu kalt für Outdoor-Aktivitäten, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man hier wunderbar ein paar Tage wandern und dabei Natur, Kultur und Meer miteinander verbinden kann.

Der Conero hat eine lange und reiche Geschichte. Uns interessiert v.a., dass die Gegend bereits vor dem Jahre 1.000 von den Einsiedlern bewohnt wurde. Die Mönche, die folgten, haben viel auf dem Berg gebaut, aber die Benediktiner blieben nur bis ins 15. Jahrhundert. Die Position wurde ihnen zu gefährlich durch die vielen Piratenüberfälle, die vom Meer aus drohten.

Die Abtei Sankt Peter am Conero geht auf das Jahr 1.000 zurück. Nach den Eremiten, die gekommen waren um auf dem Berg und in den Grotten völlige Abgeschiedenheit zu suchen, kamen die Benediktiner, die mit dem Bau dieses wunderschönen Exemplars der romanischen Kunst anfingen. Die Außenfassade ist im 18. Jahrhundert erneuert worden, das Innere jedoch ist noch fast authentisch im romanischen Stil beibehalten. Der Grundriss mit seinen drei Schiffen ist feierlich und das gänzliche Fehlen von dekorativen Eingriffen vermittelt einen Sinn von absoluter Reinheit, von mystischer Hingebung. Die einzige „Verschönerung“ findet man in den traumhaften Kapitellen, die Blumen-Muster verzieren, die sich an der Flora und Fauna der umliegenden Natur inspiriert haben oder die kleine deformierte Monster mit Riesen-Mäulern und Schlangenkörpern zeigen. Unterhalb des erhöhten Presbyteriums befindet sich eine schöne Krypta. Das, was einmal ein Kloster war, ist heute ein elegantes Hotel, das Hotel Monteconero, mit einer Traum-Terrasse, von der aus man einen Blick über die Hügel hinter dem Conero hat (sollte die Abtei geschlossen sein, hat das Hotel einen Schlüssel).

Der Conero hat darüberhinaus den Ruf, ein hohler Berg zu sein und deshalb werden viele fantasiereiche Geschichten über das Leben innerhalb dieses Berges erzählt. Sicher ist, dass er ein dichtes Netz an Grotten und Höhlen verbirgt, natürlichen und menschlichen Ursprungs, die damals hydraulischen und militärischen Zwecken dienten und die teilweise noch heute zu besichtigen sind. Es gibt insgesamt circa 150 Grotten und mal ganz abgesehen von der Tatsache, ob es hier mal Riesen gegeben hat, die diese erbaut haben oder ob sie dem Militär zu versteckten Operationen dienten, um Aliens zu verstecken!!!, sind es sicherlich interessante Phänomene, die einen Besuch wert sind.  

Über die beeindruckende Abtei hinaus, gibt es hier auch noch die kleine Kirche der Heiligen Maria von Portonovo, direkt am Meer gelegen. Der Ort wird beherrscht durch ein erhabenes Gleichgewicht zwischen der so harmonischen romanischen Architektur und der umliegenden Natur. Diese kleine Kirche ist als eines der Meisterwerke der romanischen Architektur angesehen, nicht nur der Marken sondern ganz Italiens.

Der Stil ist lombardisch und auch hier waren es die Benediktiner, die diese Abgeschiedenheit im 11. Jahrhundert suchten. Die Kirche hat allen Sturmfluten und Erdrutschen in diesen Jahrhunderten standgehalten und ist dank einer beispielhaften Restaurierung im 19. Jahrhundert heute fast im Originalzustand zu bestaunen.

Leider konnte ich sie nur von außen sehen, sie öffnet ihre Tore nur ein paar Stunden am Freitag und Sonntag Vormittag, da sie in Privatbesitz ist.

Ihr Grundriss im griechischen Kreuz, so typisch für den byzantinischen Stil und schon in der Kathedrale von Ancona genutzt, mischt sich mit der Form der klassischen römischen Basilika in fünf Schiffen. Das, was hier in diesem kleinen Juwel beeindruckt, ist jedoch die große Harmonie der runden und schlichten Formen, die sich in einer Art Tanz mit der Natur verbindet. Selten kann man eine solche Harmonie erleben, in der nichts stört, und in der alles ein gleichgewichtiger und fortlaufender Strom zu sein scheint.

Ein kurioses Detail ist ein Grabstein im Inneren der Kirche, der ein paar Verse der Göttlichen Komödie Dantes zitiert. Es geht hier um den Aufenthalt von San Pier Damiani in ebendieser Kirche, Tatsache, die natürlich keineswegs bewiesen ist, aber es ist immer wieder aufregend, sich an solche Legenden zu halten.

Informiert euch gut über die Öffnungszeiten bevor ihr die lange Straße bis zum Strand von Portonovo herunterfahrt (im Sommer gibt es hier viele Restaurants und Bars direkt am Meer).

Ancona. Eine Stadt mit einem etwas blassen Schimmer, sowie ein Freund sie bezeichnete, der stets treffende Adjektive für Situationen, Dinge und Personen findet. Sie liegt direkt am Adriatischen Meer, mit einem immensen und beeindruckenden Hafen, und hat einen ruhigen und glatten Charakter. Nichts Besonderes hier, aber auch nichts Hässliches. Ganz im Gegenteil! Ancona besitzt zwei romanische Kirchen von seltener Schönheit.

Der Dom des Heiligen Ciriaco befindet sich oberhalb der Stadt, man kann über Serpentinen-Treppen zu ihm aufsteigen oder per Auto direkt hochfahren und (leider) direkt vor der Kathedrale parken. Von hier aus hat man einen Wahnsinns-Ausblick auf den Hafen, und man kann in Ruhe dem geschäftigen Treiben da unten zuschauen mit seinen Schiffswerften und dem Hin-und Her der Arbeiter. Es ist ein beeindruckender Ort hier oben und nicht ohne Grund liegt der Dom an diesem wichtigen Ort. Er dominiert von hier die gesamte Stadt, sowie die Küste und war somit ein Bezugspunkt für die vom Meer kommenden Reisenden, sozusagen ein Leuchtturm.

Die Kirche wurde um das Jahr 1.200 auf den Resten einer frühchristlichen Basilika des 6. Jahrhunderts erbaut. Das Interessante an dieser Kirche ist, dass unter ihren antiken Grundsteinen Reste eines Tempels gefunden wurden, der Afrodite galt und aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. stammt. Diese Tatsache finden wir auf der Trajanssäule in Rom bestätigt, auf der in einem Flachrelief Ancona mit dem Tempel wiederzuerkennen ist. Afrodite war u.a. bekannt als die „Göttin der guten Schifffahrt“.

Der Grundriss der aktuellen Kirche ist das griechische Kreuz und sein herausragendes Erkennungsmerkmal ist, dass dieses quadratische Kreuz in jedem seiner Seiten drei Schiffe aufweisen kann.

Die Basilika wurde dem Schutzheiligen Ciriaco gewidmet, der als Märtyrer gilt. Er hatte flüssiges Blei geschluckt, was durch eine Autopsie seines Leichnams in den Siebziger Jahren während eines temporären Umzuges geprüft und bestätigt wurde. Ziemlich makaber das Ganze…!

Die Kirche Der Heiligen Maria della Piazza, auch in Ancona und direkt am Hafen gelegen, hat eine unglaublich schöne und interessante Fassade. Sie ist fast ausschließlich mit Blendarkaden ausgestattet, die hin und wieder mit Flachreliefs ausgefüllt sind und wundervolle geometrische Formen darstellen.

Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut, auch hier befindet sich unterhalb eine frühchristliche Basilika aus dem 4. Jahrhundert, die im Kellergewölbe und durch Glasböden sichtbar ist.

Die Kirche hat einen außergewöhnlichen Grundriss: die drei Schiffe werden auf einer Seite von einem erhöhten Querschiff unterbrochen, dass wiederrum drei Schiffe aufweist. Die Atmosphäre ist nüchtern und ich bin überrascht, dass eine so städtische Kirche so spirituell und ruhig wirken kann.

Sehr gut gegessen habe ich im ganz einfachen Restaurant La Cantineta, in der Nähe der Kirche und des Hafens. Voll und laut ist es hier, so wie es sich für eine Hafenstadt gehört. Dieses Lokal scheint es immer schon gegeben zu haben und wahrscheinlich hat sich hier nie etwas verändert. Sehr viele Einheimische, die für ausgiebige, gute und preiswerte Mittagessen hierherkommen.

Loreto. Eine Stadt, die komplett dem Marienkult gewidmet ist. Hier entferne ich mich vom Romanischen und betrete eine völlig andere Welt…

Ich kannte diese kleine Stadt und ihren Mythos nur vom Hören-Sagen, nie hätte ich mir jedoch eine solche Schönheit und einladende Atmosphäre vorgestellt.

Um es kurz zu machen: ich hatte keine Lust in Ancona für die Nacht zu halten. Die Hotels sind teuer und schäbig hier und so habe ich etwas in der Nähe gesucht und Loreto als eine überraschenderweise sehr preiswerte Alternative gefunden. In einer halben Stunde bin ich in einer der im Katholizismus berühmtesten Städte der Marienanbetung.

In der sogenannten Basilika della Santa Casa (des heiligen Hauses) werden die Ruinen der Geburtsstädte der Maria aus Nazareth aufbewahrt. Die Legende besagt, dass die antiken Mauern ihres Zuhauses von Engeln geholt und hier in den Marken wieder abgesetzt wurden. Die Berühmtheit dieser Stätte wuchs so schnell, dass in der Renaissance der Bau einer Basilika in Auftrag gegeben wurde um die Reliquien dieses Kultes aufzubewahren und um dem immer größer werdenden Strom der Wallfahrer gewachsen zu sein. Somit wurde ein Krankenhaus gebaut und Herbergen für die Pilger, die aus allen Ecken der Erde kamen. Der damalige Papst, Gregorio der 13. hat sich sogar für einen Ablass der Schulden für all diejenigen ausgesprochen, die diese heilige Stätte besuchten und hat damit zu einem beträchtlichen Wachstum der Besucher und des Ruhmes dieses Ortes beigetragen. Es wurden berühmte Künstler wie Vanvitelli, Bramante und Sansovino für den architektonischen Teil und Melozzo da Forlì und Luca Signorelli für die Fresken herbei geholt. Diese Zeugnisse so hochrangiger Künstler der damaligen Epoche kann man noch heute in einer eklektischen aber doch harmonischen Kirche bestaunen, die auf der einen Seite bombastisch daherkommt um dann auch wieder eine warme und familiäre Atmosphäre zu verbreiten. Letzteres wahrscheinlich auch durch ihren stetigen alltäglichen kirchlichen Gebrauch, fast jede Stunde an jedem Tag des Jahres wird her eine Messe abgehalten und es gibt viele Zuhörpunkte innerhalb des Gebäudes, die alle gut besucht sind.

Die Piazza ist sehr elegant und schön und der typisch der Renaissance entsprechende Palazzo Apostolico beherbergt hinter jedem Tor Beichtstühle, die mit modernster Technologie ausgestattet sind: große Videoleinwände zeigen an, wie lange man noch warten muss und alles ist hier komplett elektronisch zu handhaben. Es ist eine ganz eigene Welt hier und für jemanden wie ich, nordisches Mädel, der so etwas nicht gewohnt ist, ist es unheimlich spannend hier.

All dieser Touristen-und Wallfahrerstrom bringt natürlich auch eine große Auswahl an Restaurants mit sehr guter Küche mit sich. Überraschend freundlich ist das Caffè Bramante, direkt am Hauptplatz und wirklich zu empfehlen ist das Restaurant Osteria Lauretana mit einer Küche, die zwischen Marken und Apulien schwenkt und mit nettem und professionellem Service besticht. Ich habe hier sehr guten Fisch gegessen.

Zum Schlafen habe ich auf booking.com ein Angebot im Hotel San Francesco gefunden, es gibt in Loreto fast nur große Hotels, wie dieses, die dem Touristenfluss standhalten können. Circa 10 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt und mit sehr gutem Frühstücksbuffet.

 

Glossar

 

Dom

Der Dom ist die Hauptkirche einer Stadt (v.a. im deutsch-und italienischsprachigen Raum). Im antiken Rom stand das lateinische Wort domus einfach nur für Haus. Nach der Invasion der Barbaren wird der Begriff nur noch für das „Gotteshaus“ verwendet. Der Dom muss nicht unbedingt auch Kathedrale sein, im Gegensatz zur Kathedrale, die voraussetzt, dass sie auch Dom ist. Es können sich auch zwei Dome in einer Stadt befinden. Im Mittelalter wurden schon bestehende Gebäude benutzt um sie zu christlichen Kirchen umzubauen und diese mussten eine Kuppel haben. Somit wurden diese neuen Kirchen noch renommierter als die schon bestehenden Basiliken und wurden Dom genannt. Dom wurde so zu einem Synonym für Kuppel.

Kathedrale

Eine Kathedrale ist die wichtigste Kirche einer Diözese (ein territorial abgegrenzter kirchlicher Verwaltungsbezirk). Der Begriff kommt von Katheder (Lehrstuhl), eben weil sie den Lehrstuhl eines Bischofs beherbergt. Dieser wird als Hirte nicht nur seiner Kirche angesehen, sondern der gesamten Diözese, die seine Gemeinde darstellt. Von hier aus unterrichtet, zelebriert und regiert er. Darüberhinaus werden in einer Kathedrale Bischöfe begraben, gegensätzlich der eigentlichen Ermahnungen, in einer Kirche keine Kadaver aufzubewahren.

Konkathedrale

Sie besitzt die gleichen Privilegien und Würden einer Kathedrale, spielt jedoch eine geringere Rolle. Nur der Vatikan kann eine Kirche zur Konkathedrale ernennen. Gründe hierfür sind beispielsweise die große religiöse Bedeutung einer Kirche in einer Stadt, in der es bereits eine Kathedrale gibt.

Basilika

Das Wort „Basilika“ gab es schon vor dem Christentum in der griechischen Antike, als es für Königshalle oder Markthalle stand. Bei den Römern wurden diese als Versammlungsgebäude erbaut. Der Begriff steht für eine Konstruktion mit einem Hauptschiff, eine große Aula sozusagen, die viele Menschen fassen kann. Dann veränderte sich diese und wurde zum Ort des christlichen Glaubens mit drei oder gar fünf Schiffen und einer Apsis. Im Christentum heißt Basilika Kirche mit besonderem Antik-Status, v.a. für die frühchristlichen Kirchen gilt dies. Das gesamte Mittelalter durch wurden Basiliken mit einem Grundriss in Form vom griechischen oder lateinischen Kreuz gebaut.

Kirche

Eine Kirche ist ein jedes Gebäude, das dem religiösen Christenkult gewidmet ist. Der Begriff kommt vom lateinischen „Ecclesia“, was Versammlung und geistliche Gemeinschaft bedeutet. Die kirchlichen Gebäude können verschiedene Namen haben, alle Obertitel, die wir hier benutzen, sind Kirchen: die Kathedrale, der Dom, die Pfarrei etc.

Kapelle

Eine Kapelle ist eine geräumige Nische in einer Kirche oder gar eine kleines eigenständiges Gebäude innerhalb eines privaten Palastes oder eines Klosters. Sie verfügt über einen eigenen Altar und ist einem bestimmten Heiligen gewidmet. Häufig wurde diese erst nach Fertigstellung einer Kirche dazu gebaut und von Privatleuten finanziert, von Familien aus dem reichen Bürgertum und wurde somit oft als Familiengruft benutzt. Es sind heute noch herrliche Beispiele hiervon vorhanden, wie beispielsweise die Familiengräber aus der Hand von Michelangelo.

Kloster

Im Christentum ist dies ein Gebäudekomplex, in dem Mönche und Nonnen leben. Sie werden auch Priorat genannt, um sich von den Abteien zu unterscheiden. Es gibt Klöster auch in anderen Religionen, im Hinduismus und Buddhismus beispielsweise. Der Begriff kommt vom lateinischen „Claustrum“ und bedeutet verschlossener Ort. Die christlichen Klöster bildeten sich nach der Christenverfolgung. Sie waren von Anfang an wie kleine Städte: mit einem autonomen und unabhängigen Lebensstil. Im Mittelalter wurde hier die klassische Kultur durch das Kopieren von antiken Büchern weitergegeben. Die Verbreitung der Klöster in Europa hat übrigens auch zur Christianisierung des Volkes beigetragen. Die Mönche und Nonnen leben ein Leben im Gebet und das der Arbeit gewidmet ist, häufig handelt es sich hier um handwerkliche Arbeit. In einem „Doppelkloster“ sind Mönche und Nonnen untergebracht. Architektonische Elemente sind: Kirche, Bibliothek, Refektorium (Speisesaal), Schlafsaal, Kreuzgang, Gästehaus, Lagerräume.

Abtei

Eine Abtei ist ein Kloster, dem ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht. Für die Erhebung von einem Kloster zur Abtei durch den Vatikan müssen bestimmte kirchenrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Die Abteien unterliegen nicht dem ortsansässigen Bischof, sondern direkt dem Heiligen Stuhl. Der Namen kommt vom Aramäischen und bedeutet VaterUm den Kreuzgang, der quadratisch, ohne jegliche Dekorationen und nüchtern gehalten ist, siedeln sich all die anderen Gebäude an. Jede Abtei hat ihre Verordnung, eine wahrhaftige Verfassung. Die Mindestanzahl der Mitglieder ist zwölf, die alle die Gelübde abgelegt haben müssen (im Gegensatz zum Kloster). Oft beinhaltet eine Abtei über das Gebäude hinaus auch eine Ansiedlung, die sich um sie herum gebildet hat. Die Abteien streben noch heute danach, fast alles für ihre Versorgung selbst herzustellen und verkaufen den Überschuss ans Volk.

Konvent

Der Konvent ist kein Synonym für Kloster: er wurde mit dem Bettelorden eingeführt und dessen Mönche und Nonnen heißen Brüder und Schwestern. Der Konvent ist somit eine Folgeerscheinung der antiken mittelalterlichen Abteien: von bescheidenerer Größe und fast ausschließlich dem gemeinschaftlichen Wohnen gewidmet. Es sind keine kulturellen Zentren, sowie es die Klöster einmal waren. Die Brüder und Schwestern sind Ordensgeschwister, führen jedoch kein monastisches Leben, oft dienen sie dem Leben außerhalb des Konvents in sozialen Positionen. Heutzutage sind viele Konvente verlassen und die lukrativen Immobilien sind zu Hotels umgebaut worden.

Pfarrei

Der Begriff kommt von parocchia, was Nachbarschaft bedeutet: die Pfarrei ist eine Gemeinde, oft eine Kirche auf dem Land. Hier hatte sie nicht nur kirchliche Aufgaben zu bewältigen, sondern kümmerte sich auch um die Administration des Gemeindeamtes. Um das Jahr 1.000 herum werden Türme neben die Kirchen gebaut, was eine absolute Neuheit für die damalige Zeit der frühchristlichen und byzantinischen Kirchen war. Die Pfarreien waren fundamental für die Landbevölkerung, da man hier alle Sakramente erhalten konnte, ohne hierfür bis in die nächste Stadt reisen zu müssen.

Wallfahrtskirche

Dies ist ein Ort, der für heilig gehalten wird da sich hier das Göttliche gezeigt hat, da hier wichtige Persönlichkeiten begraben liegen oder weil sie Zeugen eines übernatürlichen Geschehnisses wurden. Es ist ein Ort der Verehrung und der Wallfahrten (Lourdes, Loreto…).

Einsiedelei

Dies ist ein Ort, der nur schwierig erreichbar ist und wohin sich eine oder mehrere Personen, die sogenannten Eremiten oder Eisiedler zurückziehen und sich von der Außenwelt und dem sozialen Leben abschließen um ein Leben im Gebet im engsten Kontakt mit der Natur zu führen. Das Wort Eremit kommt vom Lateinischen und Griechischen und hießt: Einzeln, Wüste. Die Abruzzen in Italien und Tibet haben die höchste Konzentration an Eremiten. Der Eremit muss nicht unbedingt die Keuschheits-und Gehorsamsgelübde abgelegt haben. Der Heilige Franziskus von Assisi sagte einmal, dass die erste Einsiedelei unser Körper wäre, in dem unsere Seele aufbewahrt wird. Ursprünglich waren diese Grotten oder Orte in der Wüste. Dann haben sich die äußeren Formen gewandelt und sind zu gemauerten Gebäuden geworden, die jedoch immer an einen Felsen gelehnt sind, auch heute noch. Es sind mit der Zeit sogar Dekorationen wie Fresken hinzugekommen. Die Einsiedeleien sind in Einzelzellen aufgeteilt, die von den Eremiten bewohnt werden. Mit der Zeit sind einige Einsiedeleien zu richtigen Klöstern geworden.

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