PUNTA ARENAS & PUERTO NATALES.
Das Tor zu den Torres del Paine.

Wenn du eine Reise nach Patagonien von Süd nach Nord planst, dann ergibt es sich automatisch, dass du entweder in Ushuaia oder in Punta Arenas startest. Diese zwei kleinen Städtchen machen sich einige Konkurrenz: Punta Arenas ist Chiles südlichste Stadt und Ushuaia die Argentiniens. Ich habe in Punta Arenas angefangen, wo ich mit einem günstigen und zeitlich optimalen Flug von Santiago für 70€ in drei Stunden gelandet bin.

Punta Arenas

In Punta Arenas gibt es nicht viel zu sehen, außer den paar Hundert Pinguinen. Die 80€ für einen halben Tag hätten allerdings mein Reisebudget dermaßen gesprengt, so dass ich versucht habe, mir dieses blasse und melancholische Städtchen doch irgendwie Gefallen zu machen. Es gibt hier auch positive Seiten, so ist es nicht, und eine davon sind sicherlich die tollen weiten Blicke über den Ozean. Wenn es hier am Ufer kalt wird, dann geh ins kleine Caffè Imago, direkt am Strand mit atemberaubender Sicht aufs Meer hinaus, gutem Tee und selbstgebackenem Kuchen. Ein weiterer toller Aspekt dieser kleinen Stadt ist seine Nähe zum Südpol, die uns, zumindest in den Sommermonaten (unserem Winter entsprechend), mit Tage schenkt, die bis zur Mitternacht hell sind.

Die Flaniermeile bis ins Zentrum, gesäumt von ein paar Kolonial-Häusern, geht direkt auf den Hauptplatz zu, auf dem hin und wieder Souvenirstände sind. Das ist schon alles.

Die Übernachtungsmöglichkeiten sind eher spartanisch und recht teuer. Versuch es auf Airbnb oder Booking.com. Ich kann nicht wirklich etwas empfehlen.

Hier noch ein paar Gastronomie-Tipps, um den Tag herumzukriegen:

Das Restaurant Marmita sticht aus dem generellen faden Ambiente heraus: eine gemütliche Atmosphäre und sehr gute fantasievolle Küche mit herausragenden chilenischen Weinen. Es ist das einzige Restaurant in ganz Patagonien, wo ich Guanaco habe essen können, sehr lecker! Wenn du ihn dann einmal gesehen hast, willst du ihn nicht mehr essen, also beeil dich lieber hier…

Ein Einheimischen-Lokal ist das Carioca, mitten an einer Kreuzung, wo Familien, einsame Mannsfiguren und junge Arbeiter fürs Mittagessen vorbeischauen, mit viel Bier und dem ein oder anderen Fußballspiel auf der Leinwand. Einfache aber gute Küche in authentischer Atmosphäre.

Und dann gibt es da noch die sehr gute Chiocolatta, um sich mit viel Schokolade vor der Kälte, dem Wind und der Einsamkeit zu schützen. Das Lokal ist auch ein Café mit einladendem Saal.

Von Punta Arenas aus kann man Ausflüge auf die nahegelegenen Inseln organisieren oder direkt nach Puerto Natales und die Torres del Paine weiter fahren. Letzteres habe ich gemacht. Hierzu brauchst du ungefähr drei Stunden und 10€. Die Tickets kannst du im Bus-Terminal mitten im Zentrum kaufen.

 

Puerto Natales

Diese Stadt ist schon viel einladender und hat fast etwas von einer Metropole, wenn man das überhaupt über eine patagonische Stadt sagen kann.

Puerto Natales ist das Tor zu den berühmten Torres del Paine und jeder, der vor hat, hier zu wandern, kommt nicht an ihr vorbei. Am besten ist es, wenn du hier dein Basecamp aufschlägst um die Organisation in aller Ruhe von hier zu steuern.

Hier ein paar Tipps:

Solltest du im Bus-Terminal ankommen, dann geh sofort zum Stand des CONAF, Cooperazione Nazionale Forestale. An ihnen kommt man nicht vorbei, wenn man die Torres del Paine bereisen möchte. Sie geben Auskünfte, auch in Englisch und sind sehr hilfsbereit.

Zum Übernachten habe ich ein nettes Zimmer über Airbnb gefunden, aber Puerto Natales hat auch unzählig viele Jugendherbergen, viele von ihnen sind jedoch recht teuer auch wenn sehr schön!

Um von einem Punkt der Stadt zum anderen zu kommen, muss man teilweise recht weit laufen, aber dies ist der beste Weg um sich zurechtzufinden. Du kannst bis zum Ufer gehen und hier aus der Bucht schon auf die großen Berge schauen, die so wunderbar hinter dem Ozean auftauchen.

Im Zentrum befinden sich viele Wander-Geschäfte, die v.a. Campingzubehör für viel Geld verkaufen. Es gibt nur wenige, die dieses vermieten, u.a. die Jugendherbergen (auch für Nicht-Kunden). Dies ist nicht allzu teuer, beispielsweise kostet ein Schlafsack 3€, ein Campingbrenner 1,50€ am Tag. Deshalb schlepp dich nicht ab und lass das Zeug zu Hause (keine Angst, die Schlafsäcke werden gewaschen).

In Puerto Natales kann man außerordentlich gut essen. Deshalb schlag hier nochmal zu bevor du dann eh freiwillig im überteuerten Parque Nacional hungerst!

Das El Aasador Patagonico macht, wie schon der Name verrät, sehr gute Fleischgerichte, v.a. den Asador, das gegrillte Fleisch. Ein schönes Restaurant, jedoch etwas touristisch und teuer gegenüber den Gaststätten, wo die „locals“ hingehen.

Diese gehen hingegen zu Massen ins Restaurant La Picada de Carlitos, wo Familien, Pärchen und Freunde herkommen um Mengen an Fleisch zu vertilgen. Eine schön lebendige Atmosphäre mit sehr freundlichem Service.

Das Viertel, das sich dem Meer nähert, ist das lebendigste, mit vielen Cafés und originellen Kneipen. Wie z.Bsp. das KAU Caffè, welches Lodge, Wander-Geschäft und Café in einem ist und eine tolle Aussicht aufs Meer bietet.

Direkt im Zentrum empfehle ich das Bistro El Living, das mit viel Liebe zum Detail hervorragende vegetarische Gerichte zubereitet, die man auf Sesseln und Sofas genießen kann.

Wenn du ein Auto mieten möchtest, dann wirst du Dutzende von Agenturen finden, die sich alle recht ähneln. Lass die großen sein und widme dich den kleineren, die bessere und speziellere Angebote haben. Ich habe zum Beispiel in der Agentur RECASUR für zirka 100€ am Tag einen kleinen umgebauten Van gefunden, den ich als Camper nutzen konnte und mit dem ich für drei Tage den gesamten Park abgefahren bin. Ich habe im Auto schlafen können und habe somit das viele Geld für die völlig überteuerten Hütten gespart.

Solltest du die Absicht haben, einen Ausflug in die Torres del Paine zu machen, der nicht nur einen, sondern mehrere Tage dauert, dann schau dir meine Liste an Tipps an, die ich hier vorbereitet habe.

 

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