FITZ ROY
Der König unter den Bergen.

Von jedem Reiseführer, Werbeprospekt und Wanderplakat Patagoniens strahlt er uns entgegen: der Fitz Roy und das Bergmassiv mit seinen zahlreichen Gletschern. Viele Bergsteiger und Kletterer haben sich in Seilschaften hier schon versucht und einige leider ihr Leben lassen müssen. Der Fitz Roy und der Cerro Torre gehören noch heute zu den schwierigsten Gipfeln der Welt und sind gerade deshalb so beliebt.

In El Chaltén, dem eigentlich so heimeligen Ort ist es kribbelig und chaotisch mit all den Kletterern und Wanderern, die den famosen Berg sehen oder sogar erzwingen möchten.

Das Örtchen gab es eigentlich gar nicht, es hat sich hier erst 1985 angesiedelt um den Bergsteigern eine Möglichkeit zu geben, den Fitz Roy zu erklimmen. Heute kommen auch immer mehr Mainstream-Touristen, die sich das alles einfach mal anschauen wollen. Trotz alledem ist es schön hier, von den meisten Hotels aus hat man eine wunderbare Sicht auf den Gipfel des Fitz Roys und die Lage ist herrlich mitten im Flussbett und entlang der steilen Bergwand.

Trotzdem ist es gut, ein Hotel im Voraus und gleich bei der Ankunft das Weiterfahrticket des Busses zu buchen, denn hier ist schnell mal ein Hotel oder ein ganzer Bus gen Norden oder Süden bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Wandertouren:

Die meisten Wanderwege starten direkt im Ort, Du brauchst also keine langen und teuren Taxifahrten zu organisieren.

Laguna Torre:

Diese recht einfache Wanderung führt durch wunderbare Wälder bis hin zum See Laguna Torre, der aus dem Gletscher Grande entspringt. Die Aussichtspunkte auf dem Weg sind traumhaft, auch wenn man den Cerro Torre nur selten durch den feinen Nebel, der stets über ihm hängt, erblicken kann. Am See angekommen, empfehle ich noch ein Stückchen rechts überm See weiterzulaufen bis zum Mirador Maestri (dieser ist nicht wirklich gekennzeichnet aber alleine schon die Sichten auf den Gletscher sind atemberaubend!). Am Fuße des Sees gibt es einen schönen Campingplatz und der Sonnenaufgang hier soll fantastisch sein.

Circa 8 Stunden hin und zurück mit gemütlichen Pausen und 500 Höhenmetern.

 

Laguna de Los Tres:

Dies ist die Königstour von El Chaltén und das kann ich nur bestätigen! Du kannst dir vor Ort einen Taxitransfer zur Estancia Pilar organisieren (jedes Hotel hilft dabei und kostet zirka 10€ pro Person und dauert eine halbe Stunde). Von hier startet der wunderbare Wanderweg durch tiefe Wälder bis Du nach zweieinhalb Stunden das Campamento Poincenot erreichst. Ab hier geht es recht steil für zirka eine Stunde auf Felsen aufwärts bis zur Laguna de Los Tres. Und hier ist die Welt noch in Ordnung! Eine traumhafte Bergkulisse tut sich auf: die hellblaue Lagune mit dem Fitz Roy im Hintergrund. Schöner können Berge gar nicht sein.

Runter geht es auf dem gleichen Weg wieder bis zum Campingplatz und dann weiter gen Süden nach El Chaltén. Es sind nochmal drei Stunden bis in den Ort. Tipp: an einer Weggabelung nimm die Strecke über die Laguna Capri: hier kannst Du gut eine letzte Pause am wunderschönen See einlegen, auch hier ist ein toller Campingplatz.

Insgesamt 9 Stunden, zirka 800 Meter Höhenunterschied.

 

Hotels und Restaurants:

Ein tolles Hotel, das ich empfehlen kann, ist die Hosteria Senderos: ein bisschen teurer (zirka 80€ pro Person), aber dafür hat man nicht den Wusel der Kletterer in den Hostels.

Sehr gut essen kann man in El Chaltén, hier nur ein paar meiner Lieblinge:

La Senyara: das beste Restaurant der Stadt, was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Sehr gutes argentinisches Fleisch, Rotweingläser, die bis zum Rand gefüllt werden und netter Service.

Maffia: Italienisches Restaurant mit guter selbstgemachter Pasta. Klar, nicht ganz so wie in Italien, aber trotzdem gut und v.a. ein ruhiges und gemütliches Plätzchen ohne beschallende Musik.

La Tapera: Das Filet in Rotweinsauce ist ein Traum, die Location erinnert an eine Berghütte und ist sehr beliebt bei Gruppen und die Preise sind stolz.

Cucrcuma: kleines Café, freundlicher Service, WLAN!!!, frische Säfte und Mate-Tee.

Noch ein Tipp: Stell Dich darauf ein, in El Chaltén kein oder nur sehr geringes WLAN- und Telefonnetz zu haben. Ob es nun wirklich an den schlechten Leitungen oder doch an den Hoteliers liegt, sei hier vergessen. Fakt ist: bring genügend Bargeld mit, denn die Kreditkartengeräte funktionieren häufig nicht und Internet gibt es nur in ausgesuchten guten Hotels und im Hostel Rancho Grande, wo man sich ins WLAN einloggen kann und derweil einen Kaffee trinkt.

Es gibt ein schönes und interessantes Parque Ranger Office am Anfang des Ortes, noch vor der Eingangsbrücke. Hier werden die Schicksale vieler Kletterer beschrieben, die Vorgehensweisen für eine Besteigung und die geologischen Entstehungsgeschichten. Außerdem kannst Du Dir hier vor Ort auf einer Leinwand informative Filme anschauen, wenn Du beispielsweise eine Umrundung des Bergmassivs planst.

Von El Chaltén fahren Busse Richtung Norden nach Bariloche und Richtung Süden nach El Calafate. Im Busterminal gibt es diverse Anbieter. U.a. gibt es Nachtbusse gen Norden, die sehr praktisch sind, denn dadurch lässt sich eine Hotelübernachtung sparen und man hat einen Tag gewonnen.

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