DIE 7 SEEN
Villa La Angostura & San Martin de los Andes.
Argentinien

 

Villa La Angostura:

Eher eine Ortschaft als eine Stadt, dafür sehr einladend und viel gemütlicher als Bariloche. Es ist ein Ort zum Ferien machen mit einer einzigen langen Straße, an der sich unzählig viele schöne Geschäfte, Restaurants uns Bars säumen. Es gibt keine Bausünden hier, die Gebäude sind vorwiegend aus Holz und malerisch gestaltet. Alles in allem ein angenehmer Ort, der zum Verweilen einlädt.

Ein traumhaftes Plätzchen ist der Hafen, Puerto Angostura (vom Zentrum zu Fuß in einer halben Stunde oder mit dem Bus in zehn Minuten erreichbar), mit seinen tollen Ausblicken: die Bahia Mansa auf der rechten Seite der Halbinsel, die sich in den See hineinschiebt und die Bahia Brava auf der linken. Wenn man der Straße ganz runter bis zum Strand folgt, kann man wunderbar in der Bahia Brava in der Bar El Ocasa ein Frühstück oder Glas Wein einnehmen mit toller Sicht auf die Bucht und die Mole. Oder Schwimmen gehen an einem der karaibischen Strände, auch wenn das Wasser (im Dezember noch) eiskalt ist!

Eine schöne kleine Wanderung im Parque Nacional Los Arrayanes geht direkt hier vom Hafen los. Vom Puerto Angostura kann man einen Katamaran nehmen und zum äußersten Zipfel der Insel fahren, wo sich der Bosque befindet (vom Hafen Bahia Brava zirka 13€ plus den Eintritt in den Park zirka 9€). Hier wachsen seit über 600 Jahren ganz besondere, zimtfarbene, schlanke Bäume, um die ein nicht zu auffallender Holzsteg von einem knappen Kilometer führt.

Zurück zum Hafen empfehle ich die zwölf Kilometer über die Halbinsel zu laufen. Auch wenn der Weg recht monoton durch Wald führt, lohnt er sich schon alleine wegen des wunderbaren Miradores Mansa, zirka ein Kilometer vor Ankunft am Hafen. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die beiden Buchten, einen der schönsten der ganzen Seen-Gegend! Insgesamt circa 3 Stunden Weg.

Infos über Uhrzeiten der Katamarane gibt es im Tourismus-Büro gleich neben dem Busterminal.

Es gibt viele Übernachtungsmöglichkeiten in Villa La Angostura, entweder mitten im Zentrum oder außerhalb, alle sind leicht und preiswert per Taxi zu erreichen.

Ich habe im Castillo Del Caballero geschlafen: ein etwas außergewöhnliches Haus, der beheizte Swimmingpool in einem Gewächshaus draußen im Garten ist toll! Für meinen Geschmack zu viele Kinder und Lärm und das Frühstück kann man leider vergessen (Doppelzimmer zirka 35€).

Das Tierra de Mestizos ist ein kleines B&B gleich hinter dem Bus-Terminal, was ich dagegen wärmstens empfehlen kann: es bietet drei großzügige und lichtdurchflutete Zimmer und man kann die Küche mitbenutzen. Die Besitzer sind eine nette Familie, rundherum ein ruhiger und friedlicher Ort, mit guter Atmosphäre (Doppelzimmer zirka 35€).

Villa La Angostura ist voll von guten Restaurants, hier nenne ich nur ein paar, die ich persönlich getestet habe. Das absolut beste, und hier bin ich einer Meinung mit Lonely Planet, ist das Pistach: ein schönes Ambiente, sehr gutes Fleisch, perfekter Service und durchschnittliche Preise (knappe 20€ für ein vollständiges Abendessen mit Wein).

Ein weiterer kulinarischer Höhepunkt ist das La Tasca, sieben Kilometer außerhalb (mit einem Taxi keine 3€). Die Forelle, aber auch die 5 Platos mit Miesmuscheln, Gambas und Tintenfisch sind überwältigend.

Im Nicoletto wird frische Pasta zubereitet, aber leider nur diese. In einem ungemütlichen Ambiente, mit geschmackloser Einrichtung kann man jedoch Pasta essen, als wäre man in Italien.

Das I-Tüpfelchen ist das Enoteca-Restaurant Tinto Bistro mit dem riesigen Weinfass als Erkennungsmerkmal. Geschmackvoll eingerichtet, die Terrasse im Westernstil, gibt es hier fantasiereiche Köstlichkeiten. Ich habe ein Tartar von Rind und Lachs gegessen, das hervorragend war. Super Service, sehr zu empfehlen. Der Besitzer ist der Bruder der holländischen Königin (die ich selber mal bedient habe… aber das ist eine andere Geschichte!).

Gutes Eis gibt es im Bosque Chocolate, viele Sorten, alle sehr schmackhaft und… mächtig.

Zwischen Villa La Angostura und der nördlicheren Stadt San Martin de los Andes befindet sich die berühmte Gegend der sieben Seen. Auf der gesamten Strecke von 100 Kilometern treffe ich auf keinen einzigen Ort. Hier ist alles nur Natur! Berge, Wälder und Seen. Und viel Einsamkeit. Ich hatte kein Auto und deshalb die Wahl zwischen einer organisierten Tour für zirka 30€ pro Person nach San Martin de los Andes, während der man immer wieder Fotostopps eingebaut hätte, oder dem öffentlichen Bus für 8€. Wenn man hier einen Fensterplatz auf der linken Seite bucht, hat man die gleichen Ausblicke und… Geld gespart!

Von Villa la Angostura fahren die Busse nach Chile ab. In zirka 6 Stunden fährt man über die Anden mit Andesmar oder Via Bariloche für zirka 20€.

San Martin de los Andes:

Diese kleine Stadt, beschaulich und doch recht groß ist ein wahres Bergsteiger-Eldorado. Von hier aus bieten sich zahlreiche Besteigungen der umliegenden Vulkane an. In zwei Tagen kann man den Vulkan Lañin besteigen. Verschiedene Trekking-Agenturen organisieren diese geführten Touren, wie z. Bsp. Lañin Tourismo oder Destino Andino. Bei beiden kostet die Besteigung circa 200€, inklusive Grundausstattung wie Steigeisen und Helm. Alles andere kann man noch direkt bei ihnen (für viel Geld) mieten. Auf vier Kunden kommt ein Bergführer. Man übernachtet in einem Biwak und geht am zweiten Tag noch in der Nacht zum Gipfel los um am gleichen Tag wieder ins Tal abzusteigen. Der Vulkan ist schnee-und eisbedeckt und erreicht stolze 3.747 Meter. Mein Reisebudget hat es mir leider nicht erlaubt, diese schöne, jedoch recht kostspielige Wanderung zu machen, dafür bin ich ein bisschen „spazieren“ gegangen ;-).

Ein absolutes Muss ist der Mirador de Bandurrias. In einer knappen Stunde erreicht man ihn vom Zentrum aus. Der Weg geht leicht durch den Wald ansteigend mit stetem Blick auf den Strand. Von oben hat man eine fantastische Sicht auf den See und die schneebedeckten Berge rundherum.

Von hier aus ist es noch zirka eine halbe Stunde leichten Weges durch eine märchenhafte Landschaft bis zum Traum-Strand Playa la Islita. Die bezaubernd gelegene, winzige Robinson-Crusoe-Insel kann man schwimmend erreichen und unter Bäumen und in kleinen versteckten Buchten spielend den Tag verbringen. Bringt Badezeug und ein Picknick mit. Auch Feuerstellen zum Grillen gibt es hier.

Im Tourismus-Büro wird die Wanderung an die Laguna Rosales sehr hoch angepriesen. Meines Erachtens ohne Grund.

Eine gute Webseite um kleine und große Wanderungen zu planen ist www.pnlanin.org. Hier gibt es Karten, Höhenprofile und Zeitangaben zum Herunterladen.

Ich habe mir in San Martin ein kleines Haus über Airbnb gemietet. Deshalb hier keine Hotel- und kaum Restaurant-Tipps. Es gibt viele dieser typisch andinischen Häuser zum Mieten und es macht auch mal Spaß, im Supermarkt unter Einheimischen einkaufen zu gehen und selber zu Hause zu kochen.

Das japanische Restaurant Nobuko ist eine schöne Alternative zum vielen Fleisch. Hier wird von einer japanischen Señora das Sushi auf originale Art und sehr frisch zubereitet. Außerdem hat es eine gute asiatische Küche.

Im Abuela Goye gleich hinter dem Platz gibt es hervorragendes Eis in Riesen-Portionen. Also ein Kleines reicht vollkommen aus 😉

Von San Martin gibt es zahlreiche Busse in alle Richtungen, gen Norden in den Park Lañin, nach Buenos Aires oder in Richtung Bariloche, bzw. mit Stopp in Villa la Angostura, nach Chile.

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